Folge 8: Italienreport: ein deutsch-italienisches Magazin oder „Liebe kann man nicht erklären“

Online con „Il Piacere di Scrivere“, Teil I

von Rike Römhild
 

Von den Bäumen hört man es manchmal schon wieder zwitschern, die Sehnsucht nach dem Frühling wird langsam wieder wach. Ein erstes Frühlingserwachen hat Italienreport bei Twitter erlebt, als die Gründerin und Redakteurin Annarita Faggioni von Il Piacere di Scrivere mit Italienreport in Kontakt getreten ist, um das Magazin auf ihren Seiten zu präsentieren. Und nun können wir es zwitschern: Es ist so weit. Unter diesem Link ist Italienreport mit einer eigenen italienischen Präsentation online gegangen. Folgt ihr dem Link, gelangt ihr zur italienischen Originalversion. Original? Das ist Italienreport auch auf Deutsch. Wer also der italienischen Sprache nicht mächtig ist, der darf trotzdem mit zwitschern. Gleich im Anschluss findet ihr die deutsche Version des Artikels! 

Viel Spaß und allen ein fröhliches Frühlingserwachen wünscht Italienreport!

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Italienreport:
magazine tedesco-italiano o lamore non si spiega“

 

Dagli alberi si sente a volte di nuovo cinguettare gli uccelli e la nostalgia di primavera sveglia lentamente. Italienreport ha vissuto un primo risveglio della primavera da Twitter quando la fondatrice e redattrice Annarita Faggioni di Il Piacere di Scrivere ha contattato Italienreport per presentare il magazzino al suo sito. E adesso possiamo cinguettarlo: È giunta l’ora! Su questo LINK Italienreport è andato online con una propria presentazione italiano. Seguete il link, giungete alla versione italiana originale. Originale? Questo è Italienreport anche in tedesco. Chi non è possente della lingua italiana, comunque potrebbe cinguettare con noi. In seguito trovate l’articolo nella versione tedesca!

Buon divertimento e tutto un allegro risveglio della primavera auguratevi Italienreport! 

 
 
“Italienreport”: ein deutsch-italienisches Magazin oder 
„Liebe kann man nicht erklären“

 

„Liebe kann man nicht erklären…“ ist der Titel eines Liedes von Sergio Cammariere, den ich – eure Redakteurin von Italienreport – kennenlernte als ich ein Jahr in Italien lebte, um die Literatur und den Film des italienischen Neorealismus zu studieren und zu erforschen. Und ich kann meine Liebe zu Italien, die wie mir scheint, schon immer existiert, nicht erklären. Die Liebe zu Italien ist mit jeder Reise nach Italien, die ich in meinem Leben unternommen habe, gewachsen und sie endet nie, so wie es auch die Hauptfiguren im gleichnamigen Film von Roberto Rossellini lernen. Und diese Liebe ist nicht nur für mich eine alte Liebe, sondern auch für die Beziehungen zwischen Deutschland und Italien im Allgemeinen, die bereits im Fränkischen Reich begonnen haben und die sich seit dem Mittelalter bis heute entfalten. Diese unendliche Sehnsucht ist der persönliche, aber auch historische Motor für das Online-Magazin, das sich Italienreport nennt und das die Germanistin und Künstlerin Friederike Römhild im Herbst 2014 gegründet hat. Für Italienreportist es möglich, diese lange Chronik einer Liebe zu dokumentieren, weil das Medium Blog eine fließende, offene und flexible Form für alle historischen, kulturellen und literarischen Ereignisse anbietet.

Es gibt verschiedene Rubriken, in denen Artikel, Rezensionen, Gedichte, Erzählungen, Filme, Bilder, Zeitschriften, Ereignisse präsentiert werden, die das italienische Leben behandeln – dasjenige in Italien und jenes in Deutschland. Die Struktur und die Namen der Rubriken sind durch die italienische Kultur selbst inspiriert: Das Lessico famigliare (Familienlexikon) berichtet zum Beispiel von den Neuerscheinungen und der Titel erinnert zugleich an das gleichnamige Hauptwerk (1963) von Natalia Ginzburg. Die Rubrik erinnert daran, dass Italien und Deutschland eine familiäre Freundschaft verbindet, die Italienreportkultivieren und dokumentieren möchte wie es bereits Alfred Andersch in Deutschland gemacht hat und durch den die Rubrik Ein Buch und eine Meinung – Titel einer Radiosendung der fünfziger Jahre –, inspiriert ist, um Buchrezensionen zu präsentieren. In der Rubrik „Cronaca di un amore“ findet man eine Sammlung der Geschichte der deutsch-italienischen Freundschaft wie sie durch die Politik, Wirtschaft, Kultur und das Alltagsleben konstituiert wurde. Der Titel Cronaca di un amore ist auch der Titel eines Films des Regisseurs Michelangelo Antonioni (1950). Auf dieselbe Weise erinnert auch die Rubrik „Conversazione a…“ an den Roman Conversazione in Sicilia(1941, Gespräch in Sizilien) des großen Autors Elio Vittorini und versammelt thematische Beiträge und Interviews. Diese Rubrik hat die Fähigkeit die medialen Wege diese Freundschaft zu reflektieren, zum Beispiel die Arbeit, die das Verlagshaus Klaus Wagenbach in Berlin seit 1964 betreibt. Die Zeitschriften wie z.B. „Zibaldone“ von Thomas Bremer und Titus Heydenreich , die seit 1986 erscheint, reflektieren die bilateralen Beziehungen ebenso. Wichtig sind z.B. auch die Beiträge von Franca Magnani, die Redakteurin für verschiedene deutsche Zeitungen in den fünfziger Jahren war und in den sechziger Jahren Korrespondentin für den deutschen Sender ARD. Italienreport stellt so die Frage, warum wie die Dinge von Italien wissen, die wir wissen. Ans Licht kommt so zum Beispiel, dass man in Deutschland sehr viele italienische Krimis liest, aber noch nicht sehr viel die italienische Lyrik, die neben Bildern in der Rubrik „giornale poetico“ präsentiert wird. Die Idee ist, auch diese medialen Strukturen der deutsch-italienischen Freundschaft zu reflektieren und die auch noch eher unbekannten Bereiche der italienischen Kultur sichtbar zu machen.

Also, Italienreport ist ein deutsches Magazin, dass sich mit den Beziehungen zwischen der italienischen und deutschen Literatur und Kultur beschäftigt und zwar im multimedialen, dokumentarischen und reflexiven Sinne. Die Vision von Italienreport ist ein öffentliches Archiv und ein literarisches und künstlerisches virtuelles Museum zu werden. Das Ziel wird sein, den Diskurs zwischen Italien und Deutschland mehr und mehr zu öffnen und die produktiven Prozesse zwischen den Ländern auch auf der verlegerischen Ebene weiterzuentwickeln. Das heißt, das Magazin versucht auch die Produkte und Zeugnisse der italienischen Kultur bekannt zu machen, die noch nicht Eingang in die Verlagshäuser und die Kunstausstellungen in Deutschland gefunden haben. Das Magazin ist so auch ein Laboratorium für neue Künstler, Debütanten und Autodidakten im digitalen und analogen Bereich. Sie können so schon heute in die kulturelle Tradition zwischen Italien und Deutschland eintreten. Italienreportmöchte eine moderne Agentur für die verschiedenen Farben der Liebe sein, die sich nicht erklären lässt, weil sie einfach ist.

Italienreport ist gemacht für alle, die diese Liebe für Italien teilen möchten, aber ebenso die Realität beider Länder. Für alle, denen die deutsch-italienische Freundschaft viel bedeutet und die diese Beziehung vorantreiben möchten. Gemacht für alle deutschen und italienischen Künstler, Autoren, Intellektuelle, die ihre Werke und ihre Gedanken in Italien oder in Deutschland präsentieren möchten. Für alle, die ein Netzwerk von Kontakten suchen und eine Plattform, um die Stereotypen, die Metaphern, die Traditionen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden Länder zu kommunizieren. Italienreport möchte eine freie Brücke sein, die alle Interessierten überqueren können.

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