Neuerscheinungen aus dem Italienischen im Oktober 2015

Liebe Italienreport-Leser!

Heute möchte ich Euch wieder die Neuerscheinungen aus dem Italienischen des aktuellen Monats vorstellen. Doch bevor wir einen Blick auf die Bücher im Oktober werfen, möchte ich unbedingt noch auf einen Titel hinweisen, der im September erschienen ist und den ich das letzte Mal leider vergessen habe. Es geht um Paolo Giordano und Schwarz und Silber, einen Roman, der am 25. September 2015 das erste Mal in deutscher Übersetzung im Rowohlt Verlag erschienen ist. Giordanos bereits zweiter Roman erschien erstmals 2014 im Turiner Einaudi Verlag unter dem Titel Il nero e l’argento. Der Titel wurde also diesmal eins zu eins ins Deutsche übersetzt. Für seinen ersten Roman Die Einsamkeit der Primzahlen, der 2008 in Italien erschien und zum internationalen Bestseller wurde, erhielt Giordano sogar die wichtigste italienische Auszeichnung, den Premio Strega. Giordano, 1982 in Turin geboren, wo er Physik studierte und derzeit an seiner Promotion in theoretischer Physik arbeitet, erzählt in seinem zweiten Roman die Geschichte von Babette. Babette ist die Kinderfrau des Sohnes von Nora und ihrem Mann und gehört quasi zur Familie. Als sie an Krebs erkrankt bricht für die junge Familie ein wichtiger Teil ihres Lebens weg. Ohne Babette fehlt nicht nur eine der wichtigsten Bezugspersonen für den Jungen, sondern gerät auch das Gefühlsleben des Ehepaars ins Wanken. Jeder zieht sich in sich selbst zurück. Das Fehlen Babettes verändert folglich das Leben der ganzen Familie und jedes Einzelnen. Der Roman erzählt die Bedeutung und Gestaltung von zwischenmenschlichen Beziehungen, vom schmerzlichen Verlust eines geliebten Menschen, vom Umgang mit Gefühlen und das mit einer verblüffenden psychologischen Beobachtungsgabe und großer Empathie. Nachträglich unbedingt dokumentiert und empfohlen sei: Paolo Giordano: Schwarz und Silber, aus dem Italienischen von Barbara Kleiner, deutsche Erstausgabe, Reinbeck: Rowohlt, 25. September 2015, 176 Seiten, 17,95 €.

Und jetzt: Oktober!

5. Oktober 2015: Roberta De Falco: Gute Zeiten für schlechte Menschen, Ein Triest-Krimi, aus dem Italienischen von Luis Ruby, München: Piper Verlag, 304 Seiten, 14,99 €In De Falcos Kriminalroman wird der Commissario Benussi selbst zum Schriftsteller. In dem gemeinsamen Ferienhaus auf dem Karst möchte Benussi endlich seinen Krimi schreiben und die Liebe zu seiner Ehefrau Carla genießen. Doch stattdessen kommen eisige Zeiten auf ihn zu. Kurz vor Weihnachten verschwindet seine Frau Carla spurlos. Während Benussi im Ferienhaus festsitzt, enthüllen seine Kollegen Elettra Morin und Valerio Gargiulo die Spuren von Hass und Gewalt, die bis in die tiefe Vergangenheit zurückführen.


6. Oktober 2015: Luciano Floridi: Die 4. Revolution. Wie die Infosphäre unser Leben verändert, Berlin: Suhrkamp, 314 Seiten, 29,95 €

Der Informationstheoretiker Floridi beschreibt die explosionsartige Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien als eine vierte Revolution, die heute fast jeden Menschen oder zumindest sein alltägliches Umfeld, das zu einer „Infosphäre“ geworden ist, betrifft. Aus dem Leben werde, ob man will oder nicht, zunehmend ein „Onlife“, da die Technologien immer stärker bestimmen, wie Menschen nicht nur kommunizieren, sondern auch einkaufen, arbeiten, entspannen, Urlaub machen etc. Die vierte Revolution folgt auf die Revolution der Physik (Kopernikus), der Biologie (Darwin) und der Psychologie (Freud). Floridi zeigt Risiken und Gefahren wie ethische und ökologische Alternativen des Denkens und Handelns auf.


19. Oktober 2015: Roberta De Falco: Die trüben Wasser von Triest, Kriminalroman, aus dem Italienischen von Luis Ruby, München: Piper Verlag, 336 Seiten, 9,99 €

Und noch mehr Roberta De Falco! Und wieder ein Fall für Commissario Benussi. Diesmal wird eine alte Dame tot im Hafenbecken von Triest aufgefunden. Eine große Anzahl an Verdächtigen macht diesen Fall kompliziert. So kompliziert, dass Benussi am Ende sogar sein eigenes Leben riskieren muss, um das Leben des Mörders zu retten.


20. Oktober 2015: Sophia Loren: Mein Leben, aus dem Italienischen von Christine Ammann, Claudia Kolitzus und Antje Peter, München: Piper Verlag, 368 Seiten, mit 33 Farb- und 81 Schwarz-Weiß-Abbildungen, 9,99 € 

Die Autobiografie von Sophia Loren erscheint anlässlich ihres 80. Geburtstags: Sophia Loren verkörpert Schönheit, Sex und Sinnlichkeit. Mit ihrer Autobiographie löst Loren die Boulevardpresse ab, die bisher über ihr Leben schrieb. Sie erzählt, wie es war, aus dem Armenviertel in Neapel in die große Welt der Stars einzutreten, wie es war, mit Marcello Mastroianni über viele Jahre das Traumpaar der Filmwelt darzustellen, ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Vittorio De Sica, mit Charlie Chaplin, Cary Grant (der ihr einen Heiratsantrag machte), Anthony Quinn, John Wayne – kaum ein großer Regisseur, Schauspieler, der nicht mit ihr gearbeitet hätte.


23. Oktober 2015: Antonio Tabucchi: Für Isabel, aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl, München: dtv, 176 Seiten, 8,90 €  

Der ein oder andere wird es schon kennen: Für Isabel von Antonio Tabucchi erscheint endlich auch im Taschenbuch. Das lohnt sich, nicht nur, weil es so günstig ist, sondern weil Tabucchi einer der wichtigsten Schriftsteller Italiens ist. In seinem Roman Für Isabel ist ein Schriftsteller auf der Suche nach Isabel, einer kommunistischen Widerstandskämpferin, die er einmal sehr geliebt hat. Isabel ist im Portugal der Salazar-Diktatur spurlos verschwunden. Die Suche pendelt zwischen Lissabon, Macao und Neapel. Je näher der Schriftsteller Isabel zu kommen scheint, desto weniger ist ihre Geschichte zu fassen.


Herbstzeitlos: Hähh? Ja, genau, eigentlich für den 19. Oktober 2015 geplant, ist folgendes Buch längst erschienen, jedes Datum also Nullzeit, geht ja auch schließlich um Umberto Eco: Nullnummer, aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber, München: Hanser, 240 Seiten, 21,90 €

In seinem neuen Buch, einem Kriminalroman, porträtiert Eco das Wirken von Korruption, Intrigen und Verschwörungstheorien hinter der Fassade einer „schönen“ und „guten“ Gesellschaft, zwischen Wirtschaft, Politik und Presse. Am 6. Juni 1992 wird im Mailand bei dem Journalisten Colonna eingebrochen, um Disketten mit brisanten Informationen zu stehlen. Nicht nur gerät das Leben des Journalisten daraufhin in Gefahr, auch er selbst gerät in den Strudel krimineller Machenschaften und Machtspiele. 

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